Sie befinden sich hier: Adelsberg Zeitzeugen Adelsberger Bombenopfer
Adelsberger Bombenopfer

Einweihung des neugestalteten Gemeinschaftsgrabes der Adelsberger Bombenopfer 60 Jahre nach Kriegsende am 8. Mai 2005

Nach einem Gottesdienst am 8. Mai 2005 um 9.30 Uhr wurde auf dem Adelsberger Friedhof das neu gestaltete Gemeinschaftsgrab der Adelsberger Bombenopfer vom Februar/ März 1945 eingeweiht.

Anlässlich des 60. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkrieges und der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime konstituierte sich am 28. September 2004 unter Leitung von Herrn Pfarrer Förster eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, die fast in Vergessenheit geratene Gemeinschaftsgrabanlage der Bombenopfer auf dem Adelsberger Friedhof zu erneuern. Auf besonderer Initiative von Herrn Gottfried Jedwillat aus Kleinolbersdorf, dessen inzwischen verstorbene Ehefrau bei den Angriffen damals Angehörige ihrer Familie verlor, wurde geplant, die Grabstelle am bestehenden Hochkreuz gärtnerisch neu zu gestalten, das bisherige Denkmal zu sanieren und vor allem die Namen der Opfer sichtbar zu machen. Nach den Bombenangriffen im Februar und März 1945 wurden hier in zwei Gräbern 53 Tote beigesetzt.

grab

grab1

Das Hochkreuz vor der Neugestaltung zur Erinnerung an die Adelsberger Bombenopfer des 2. Weltkrieges

Durch Fördermittel des Bundes und Spenden anläßlich eines Benefizkonzertes, welches am 6. März 2005 unter Mitwirkung des Konzertchores Riesa in der Adelsberger Kirche aufgeführt wurde (ebenfalls auf Initiative von Herrn Jedwillat) sowie Dank der Leistungen des Friedhofs- u. Bestattungsbetriebes der Stadt Chemnitz und Steinmetzbetriebes Steffen Böttcher konnte das Vorhaben verwirklicht und termingerecht abgeschlossen werden.

Endlich, nach sechzig Jahren Anonymität wurde den Toten auf 4 Steinplatten ihr Name zurückgegeben und eine Inschrift mahnt an alle Opfer der Bombenangriffe auf Adelsberg im 2. Weltkrieg.

Neu gestaltetes Gemeinschaftsgrab nach der Einweihung am 8. Mai 2005

Neu gestaltetes Gemeinschaftsgrab nach der Einweihung am 8. Mai 2005

Außerdem wurden ebenfalls Grabfassungen angelegt für Grabstellen drei russischer Zivilpersonen.

Im folgenden sehen Sie Fotos der Verlegung der Grabplatten durch die Steinmetz-Firma Steffen Böttcher sowie Ausschnitte der Grabplatten.

grab7

grab8

Steinmetz Steffen Böttcher (blaue Jacke) mit Kollegen
beim Verlegen der Grabplatten am 6. Mai 2005
grab3


grab4

grab5

grab6

Folgendes Gedicht, von Herrn Gottfried Reichel verfasst, wurde ebenfalls an der neuen Grabstelle zur Mahnung niedergelegt.

Schon oft betrat ich diesen Ort und immer zieh'n die Gedanken fort zu jenem Tag,

da wir sie legten hier in dieses Grab. Und immer seh' ich sie in Reih und Glied und

jeden auf dem vorgeseh'nen Fleck, mit Reisig dann und "Heimaterde" zugedeckt.

Und der Geruch des Todes steigt empor.

Der Toten gilt es zu gedenken! Laßt uns die Blicke tief zur Erde senken und laßt

uns niederknien. Verdammt sei'n all die jenen, die stets in das Vergessen flieh'n.

Gottfried Reichel (Jg. 1931), Adelsberg am 8. Mai 2005