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Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg ist in seinen ersten Jahrzehnten nicht allzu fühlbar geworden für den Ort "Hermannstorff", wie Hermersdorf damals geschrieben wurde, denn in der Angabe der Taufen und Todesfälle treten keine Schwankungen ein. Anders aber wurde es, als nach dem Tode Gustav Adolfs die Scharen des berüchtigten Holckschen Korps das Erzgebirge heimsuchten. So findet sich 1632 in den Kirchenbüchern die Angabe: "Im Augusto, Sept., Okt. und Nov. seindt begraben worden, welche vom Feinde niedergemacht worden, da man den Tag nicht wissen kann". Furchtbar aber waren die Folgen, welche die Verwüstung der Felder und der Ernte mit sich brachten. Beide Dörfer erleiden starke Zerstörung wie auch später im Siebenjährigen Krieg . Es brach eine Hungersnot und im Gefolge dieser die Pest aus, die ganze Familien ausrottete. So betrug in Hermersdorf die Sterblichkeit, die in früheren Jahren die Höhe von 12 Toten nur selten überschritten hatte, 146 Personen, und zwar 48 in Ober- und 98 in Niederhermersdorf.

1719 ein trockener Frühling und wasserloser Sommer brachte eine Teuerung von Getreide. Damit stieg die Sterblichkeit durch Unterernährung in erheblichem Maße.

1728 begann die Wiederbesiedlung der Mark Adelsberg.

hermersdorfklein

Hermersdorf um 1840

1775 bildeten alle männlichen Einwohner der Gemeinde vom vollendeten 20. bis zum 60. Lebensjahr eine Pflichtfeuerwehr der Dorfschaft.

Als im Jahre 1813, am 6. Oktober früh, unerwartet eine französische Abteilung mit mehreren Geschützen von Mittweida her auf der Hilbersdorfer Höhe eintraf und gegen die österreichischen Vorposten auf der Dresdner Straße vorrückten, mußten sich die Österreicher unter dem Feuer der Franzosen, die über die Gablenzer Felder vordrangen, sich über Bernsdorf nach der Reichenhainer und Bernsdorfer Höhe zurückziehen.

1822 berichtete das "Vollständige Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen" über Nieder- und Oberhermersdorf: 900 Einwohner, zwei Mühlen, eine Bleicherei, 37 Güter, ein Gasthof, zwei Erblehngerichte und eine Kirche.

Ab 1839 besaß Niederhermersdorf einen Gemeinderat. Die erste Wahl dazu fand am 8. April 1839 statt. 1856 wurde die Gemeinde verwaltungsseitig dem Gerichtsamt Chemnitz und 1875 der Amtshauptmannschaft Chemnitz unterstellt.

In einer im Jahre 1852 in Oberhermersdorf abgehaltenen Sitzung "machte der Vorstand die Bemerkung, daß sich in der Gemeinde ein Platz gefunden habe, wo Torferde liege, ob wir da nicht 40-50 Tausend Torf fertigen lassen wollen". Der Abbau von Torf ist dann auch vom Gemeinderat beschlossen worden, womit man es vielleicht hat bewenden lassen; denn das Ergebnis dieses Torfabbaues wird uns verschwiegen.