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Otto Julius Thörner

geb. 1873 (Chemnitz) - gest. 1945 (Chemnitz), Heimatdichter und Oberlehrer

Lebensdaten:

18.06.1873 geboren in Chemnitz
1887-1893 am Königl. Lehrerseminar Zschopau
1893-1896 Hilfslehrer in Bernsdorf b. Chemnitz
1897-1899 Lehrer in Reichenbach
1899-1936 Lehrer an der André-Schule in Chemnitz
06.02.1945 während des amerikanischen Großangriffs auf Chemnitz tödlich getroffen von einem Bombensplitter

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Links: Otto J. Thörner als Junglehrer (1893),
Rechts: Mit Max Wenzel (rechts) auf dem Weg zur André-Schule in Chemnitz (1929)

Natur, Freundschaft, Kindeit, Liebe, das Glück der Häuslichkeit - das waren bei ihm bevorzugte Gegenstände, die er bewußt dem Alltagsgefühl des Großstadtlebens entgegensetzte, wie zum Beispiel in den folgenden Versen:

Zur "Heiligen Dreifaltigkeit"

von Otto Thörner

Wer kennt die Krumhermersdorfer "Dreifaltigkeit"?
Von allen Straßen liegt sie tröstlich weit.
Die Zschopau nur in funkelndem Bogenlauf
Und die Zinnen von "Wildeck" schimmern uralt herauf.

Verstummt ist längst "Glückauf!" und Häuergeläut',
Aber dreifach segnet der heimliche Ort noch heut'
Den Wandrer, der flüchtend dem Städtestaub entrinnt,
Mit Stille, Blumen und kosendem Gotteswind.

Zum Maien liegt Hang und Halde in Löwenzahnpracht,
Pechnelken bluten sommers beim Häherschrei,
Und Zschopauer Kinder schlagen zur heiligen Nacht
Aus den Schwerspatschollen blitzendes Nüsselblei.

Himmelswinkel inmitten von Schutt und Schorf,
Die "Heil'ge Dreifaltigkeit" zu Krumhermersdorf!


"Zieh' ein in unser stilles Haus,

das Tor, die Stube wird nicht glänzen,

und nicht nach Reichtum sieht es aus -

doch wollen wir's mit Blumen kränzen."

Keine dunklen Symbole, und Probleme, nichts Reales und Häßliches, keine Bitterkeit - sonnenfrohe Lebensbejahung in all seinem Dichten - das stand im Zentrum (...) des Versemachers Thörner, der in Chemnitz als Jugenderzieher und Bezirksschullehrer zeit seines Lebens gewirkt hat.(...) Doch auch in den Jahren des 1. Weltkrieges wußte Thörner, wo sein Platz als Poet sein mußte, nämlich bei der deutschen Jugend, die er hinaus ins Schlachtfeld dichterisch begleitete. In den 1916 veröffentlichten "Kriegsdichtungen aus dem Sachsenlande" besingt er ihr stolzes Siegeshoffen, Kampfeslust und Todesnot, feiert begeistert ihre Ruhmestaten, flicht Kränze um ihr Heldengrab.

Quelle: Wolfgang Höppner, "Emil Rosenow in Chemnitz - Ein Schriftsteller und das literarisch-kulturelle Leben einer Industriestadt um die Jahrhundertwende", 1994, Verlag Dr. Kovac, Textauszug mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Die Otto-Thörner-Straße

gehörte nach der Wende zur ersten neu erbauten Eigenheimsiedlung in Adelsberg. Nebenan der Feuerlöschteich (s.u.), die Einkaufsmeile "Adelsberger Zeile" und Freizeitzentrum.

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