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Bergbau-Versuche in den vorigen Ortschaften Ober- und Niederhermersdorf

(aus zeitgenössischen Quellen, 1938)

Anläufe zum Bergbau hat es in den beiden Ortschaften Ober- und Niederhermersdorf wiederholt gegeben.

1708 wurde in Kleinolbersdorf versucht, die Gänge der dortigen alten St. Georg-Fundgrube wieder aufzunehmen.

Dadurch angeregt begann man 1709 auch in Oberhermersdorf an den Adelsberger Höhen zu schürfen. Man taufte die "Eva-Johanna-Fundgrube", die aber als "unbedeutendes Grübchen" bald wieder verfiel. Auch in Niederhermersdorf vermutete man, daß die Adelsberghänge erzhaltig seien. Es entstand dort 1842 der "Vierbrüder-Erbstollen" für Silberabbau, der aber nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. Über sein Ende fehlen aktenkundige Nachrichten. Von ihm ist nur das sogenannte "Bergloch" in der Nähe des Mühlengutteiches übrig geblieben. Die Begründer des Stollens werden die Gebrüder Oestreich gewesen sein, von denen 1842 Wilhelm Ludwig Oestreich das Mühlengut besaß. Ums Jahr 1890 war dieses Gut im Besitz der Familie Trenkmann und wurde von Herrn Oskar Trenkmann bewirtschaftet. Derselbe hat das "Bergloch" und den ganzen Bergabhang einer eingehenden fachmännischen Durchforschung unterziehen lassen, die aber keine Aussicht auf gewinnbringenden Bergbau ergeben hat. Der "Vierbrüder-Erbstollen" liegt auf dem Grundstück Nr. 142 des Flurbuches für Niederhermersdorf , am sogen. "Läuseberg".

Das zugeschüttete Bergloch des ehemaligen "Vierbrüder-Erbstollen" in der Nähe des Mühlengutteiches.

Das zugeschüttete Bergloch des ehemaligen "Vierbrüder-Erbstollen"
in der Nähe des Mühlengutteiches.

Ende der 30er Jahre gab es für den Stollen das Vorhaben seitens der Gemeindeverwaltung Adelsberg, darin einen Sammelschutzraum für Luftschutzzwecke entstehen zu lassen. Die Gesamtlänge des Stollens beträgt ca. 150 bis 200 m, die Breite 0,80 bis 1 m, teils Wasserstand bis 0,80 m (lt Skizze von 1940). Nach mündlicher Überlieferung soll der Stollen bis zum Gasthof "Schere" in den Keller geführt haben. Diese Vermutung konnte jedoch inzwischen durch zeitgenössische Aufzeichnungen widerlegt werden.
Neben den beiden Erzgruben im Koloniewald und am Adelsbergturm soll es am Adelsberg Stein- und Schieferbruch gegeben haben.

Die "Reicher Trost-Fundgrube", angelegt 1709 am Breitenlehn bei Oberhermersdorf, existierte von 1839 bis 1843, bereits 1826 war sie kurze Zeit in Betrieb. Diese Eisensteingänge befanden sich , in N. W. fallend, auf dem Grund des Begüterten Küchler zu Breitenlehn. 380 Schritte vom Wächtlerschen Wohnhaus im Breitenlehn ist der Eisensteingang abgesunken (Wächtler war der Besitzer des Gasthauses "Schere"). Eisenstein war nur in kleinen Partien und von sehr geringem Inhalt, deshalb gab es keine Abnehmer und existierte deshalb nur bis Anfang 1843. Belegt war der Stollen zuletzt mit 3 Doppelhäuern und 1 Lehrhäuer. Man hat dort ca. 20 Fuder Eisenstein gewonnen.
Ebenso ab 1709 in Oberhermersdorf, aber ohne weitere Belege ihres Standortes und Betriebes: die Fundgrube "Hülfe Gottes".